Ein Mineralbrunnen mit langer Geschichte

Im späten 16. Jahrhundert war es die Heilkraft der Mineralquelle, für die sie bekannt und berühmt wurde.

Die Teusserquelle, das belegen Aufzeichnungen, war in antiken Vorzeiten ein altgermanischer Weihbrunnen. In späterer christlicher Zeit wurde genau hier an der Quelle eine Kapelle erbaut, die noch heute fast unverändert besteht. Auch den Römern soll die Teusserquelle nicht unbekannt gewesen sein.

In unmittelbarer Nähe des Teusserbads führt eine ehemalige Römerstraße vorbei, die die römischen Niederlassungen im Neckartal mit dem Limes Grenzwall bei Mainhardt verband. Man kann annehmen, dass die Römer sogar schon an der Teusserquelle badeten. Im späten 16. Jahrhundert, war es die Heilkraft der Mineralquelle, für die sie bekannt und berühmt wurde. Die Löwensteiner Grafen bauten sich deshalb auch ein Sommerschlösschen in einem kleinen See, inmitten der einstigen Kuranlagen. Heute ist das romantisch verwinkelte Teusserschlösschen im Besitz des Teusser Mineralbrunnen.

Das Wasser der Teusserquelle wurde früher bei Gicht, Kreislaufbeschwerden und Erkrankungen des Verdauungssystems und der Haut medizinisch verordnet. Bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts verabreichte man an der Teusserquelle Kuren und medizinische Bäder. Im Gegensatz zu den eher noblen Modebädern wie beispielsweise Baden-Baden, besuchten das stille Teusserbad eher bürgerliche Gäste aus den Städten der Umgebung wie Heilbronn, Weinsberg und Öhringen. Das Löwensteiner Teusserbad war einfach bekannt und sehr beliebt.

Der Bäder-Reiseführer Die Heilquellen und Molkenkuranstalten des Königreichs Württemberg von 1840 lobte die heilende Wirkung der Teusserquellen, bedauerte aber gleichzeitig die geringe Kapazität des Badhotels. Auch der Baedeker für Süddeutschland erwähnte in seinen Ausgaben vor dem Ersten Weltkrieg das Löwensteiner Teusserbad mit seinen gips- und bittersalzhaltigen Quellen. Das stille, bescheidene Heilbad konnte allerdings der Konkurrenz der Großen nicht standhalten.

In den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts begann die damalige Brunnenverwaltung mit der Abfüllung des kostbaren Wassers unter dem Markennamen Teusser Sprudel. Der Erfolg blieb nicht aus: Heute ist der Felsenquell aus den Löwensteiner Bergen weit über die Landesgrenzen hinaus ein Inbegriff für bestes Mineralwasser aus einer ganz besonderen Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg startete der Aufbau eines modernen, technisch vorbildlich ausgestatteten Mineralbrunnenbetriebes.

Die Nachfrage nach Mineralwasser aus Löwenstein wächst stetig Jahr für Jahr. Heute werden im Teusserbad jährlich über 100 Millionen Flaschen Mineralwasser, Limonaden, Erfrischungs- und Fruchtsaftgetränke in verbraucherfreundliche, moderne Gebindegrößen abgefüllt. Frisch von der Quelle wird das Teusser Mineralwasser direkt bis zur Verkaufsstelle im Handel und in die Gastronomie gebracht.